Verlag der 9 Reiche — Lyrik Edition NEUN — Literatur im Quadrat — Grafik — Vorzugsausgaben

„Wisse, daß jedwede Zahl nichts anderes ist als 9 oder ein Vielfaches davon, zuzüglich eines Darüberhinausgehenden. Wer das Darüberhinausgehende und den Multiplikator von Neun kennt, der kennt das Wesen und die Zahl in jeder Beziehung.“ --- Ibn Sina (lat. Avicenna, persischer Philosoph, Dichter, Arzt, Astronom, Alchemist, 980-1037)

37 Dorothee Krämer: Libellenabend

 

LIBELLENABEND

 

Dorothee Krämers Gedichte in Libellenabend handeln von Natur, Vergänglichkeit, Tod, Liebe, Sehnsucht und Träumen. Was nach Themen der Romantik klingt, stellt aber zugleich existentielle Fragen. Libellen lieben Sonnenwärme und spreizen ihre Flügel, um darunter die Wärme für ihr Leben zu speichern. Sie sind aber auch Räuber, die ihre Beutetiere im Flug fangen. Manche Arten leben nur zwei, andere bis zu acht Wochen. Man könnte meinen, ein Libellenleben begleite im Lieben und Jagen ein nostalgisches Vermissen des Sonnenscheins. Trotz aller Traurigkeit durchzieht diese Gedichte stets ein zarter Hoffnungsschimmer. Sie möchten in eine andere Welt entführen, fort aus dem Alltag, in einem traumhaften Rausch aus poetischen Bildern. (sm)


„Wenn die Nacht im Blau einschläft
sitze ich vor deinen Träumen
mit deinen Händen knüpfst du sie in
meine Sätze
als wären sie Nähte die sich
aneinanderlegen
ziehen der Nacht ihr Blütenkleid an“
 
Dorothee Krämer
 
 

ISBN: 978-3-948999-37-7
 
32 Seiten, 125x190 mm, Fadenbindung, 
illustrierte, nummerierte und signierte Ausgabe
 
Normalausgabe (Broschur): 9 Euro Vorzugsausgabe (Hardcover): 33 Euro
— limitiert auf 9 nummerierte und signierte Exemplare
mit Original-Linolschnitt von Steffen Büchner
(Sammlerexemplare ohne ISBN, außerhalb des Buchhandels)



Dorothee Krämer
 
Geb. 1971 in Wuppertal, lebt heute im niedersächsischen Bad Essen. In Wuppertal studierte sie Germanistik. Sie arbeitet als Dozentin für Integrationskurse.
Mehrere Veröffentlichungen von Gedichten in Anthologien und Literaturzeitschriften, zuletzt u. a. in Dichtungsring, Litrobona, Die sentimentale Eiche, Signaturen Magazin und Der Standard.
2020 erhielt sie den Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis, 2024 2. Preis Lyrik beim Landschreiber Wettbewerb. Ihr Lyrikdebüt erschien 2023: Von der Poesie deiner Worte, Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2023.
 

Stimmen 

Wir sind damit mitten in der Thematik des Gedichts ["Auf den Gleisen"]: Sprachlosigkeit. Ein lyrisches Ich erzählt davon. Aber nicht wie es dazu kam, sondern in einer Art von aktueller Selbstbeobachtung erfolgt die kurze Beschreibung eines Ist-Zustandes eines Menschen bezüglich der eigenen Sprache. Und hier muß aufgepasst werden, denn "Sprachlosigkeit" kann einiges bedeuten. "Es fehlen mir die Worte" ist eine Redewendung des Volksmundes und eine weitere meint nur "Dazu fällt mir nichts mehr ein" - und beide Redewendungen können auch eine emotionale Ratlosigkeit verknüpft mit einer (verbalen) Sprachlosigkeit meinen. Im Gedicht gibt es den Hinweis, dass das lyrische Ich zum Leser spricht: "meine Wörter haben sich in der Vergangenheit verlaufen". Das heißt, irgendetwas ist passiert, warum die Sprache verloren ging. Wir erfahren aber nicht was. In diesem Gedicht lenkt Dorothee Krämer gekonnt die Aufmerksamkeit des Lesers auf den momentanen "Jetzt-Zustand" des lyrischen Ichs. Und auch das nur kurz angedeutet, indem vergangene Worte "ohne den Himmel anzusehen durch Abgründe gehen" müssen.

Michael Eschmann, Dichter, 2025 
(zum Gedicht "Auf den Gleisen") 
 
 
 

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